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Akademikerball

Wie schon letztes Jahr zur gleichen Zeit ist einzig Empörung das Gefühl beim Medienkonsum dieser Tage. Als Burschenschafter berufen wir uns auf 1848, auf den damaligen Kampf für Freiheit und Grundrechte. Wir sind stolz auf unsere geistigen Vorväter des 19. Jahrhunderts und auf ihr wagemutiges Schaffen, auf das historische Denkmal das sie gesetzt haben. Angesichts der Verhältnisse dieser Zeit mag man als redlicher und rechtschaffender, vernünftiger Mensch am liebsten im Boden versinken. Vergangenes Jahr wurde der WKR-Ball aus der Hofburg verbannt, das Tragen der Heeresuniform verboten. Das UNESCO-Weltkulturerbe ist entzogen.

Entsetzlich ist diese Verunglimpfung im Stile panischen Wutrausches linkerseits. „Vernetzungstreffen von Rechtsextremisten“, „brauner Sumpf“ muss man sich von grünen Nadelstreifsozialisten im Parlament bis hin zu pseudomoralischen Möchtegernhöchstinstanzen anhören. Und Teile des ferngesteuerten Volks eifern nach.

Bei dieser Verleumdungskampagne gegen jene, die als charakterfeste und fleißige Männer eine wichtige Säule unserer Gesellschaft darstellen, muss man sich fragen: Was blieb vom Erbe 1848? Ist, wo Demokratie, Meinungs- und Versammlungsfreiheit heutzutage draufsteht, das auch drinnen? Vor den Universitäten ist plakatiert zu lesen: „Das Tanzen verderben, Burschis aus der Hofburg schmeißen – gegen Faschismus“. Bedienen sich die selbsternannten Antifaschisten faschistischer Methoden? „Der Faschismus von heute sagt nicht: Ich bin der Faschismus. Er sagt: Ich bin der Antifaschismus.“, sprach Antifaschismuskämpfer Ignazio Silone und hat Recht: man vergleiche die Bilder des Balls mit denen der Demonstration. Menschen die sich ihres Verstandes auch zu bedienen vermögen ist bewusst, wem Sitten und gehörige Haltung angediehen sind.

Es deucht, dass just jene selbsterkorenen Demokratiebewahrer die markanteste autoritäre Silhouette werfen. Sie wären die ersten, die – ob aus Verwirrtheit oder Opportunismus – einem starken Ruf Folge leisten würden. Wohl müssen Freiheit und Demokratie tatsächlich immer aufs Neue erkämpft werden.

Auf, auf...

mvh