Audima(r)xismus reloaded?

Sie sind wieder da. Die Bildungsprotestierer. Die, die uns weiß machen wollen, dass es Ihnen nur um mehr Ausbildungschancen für alle geht.

Eines ist festzuhalten: Es ist eine Frechheit ja eine Frechheit und Gemeinheit wie die derzeitige Bundesregierung mit der Zukunft unseres Landes umgeht. Es sollte sich doch mittlerweile bis ins letzte Kronenzeitungswinckerl herumgesprochen haben, dass im österreichischen Bildungssystem etwas falsch läuft. Nach anfänglicher Pisa-Test Hysterie und Gesamtschulendebakel also jetzt die Unis. Die Universitäten sind unterfinanziert – Punkt. Doch nur mehr Geld wird auch keine Lösung bringen. Eine größere Reform ist notwendig. Mit der Vollrechtsfähigkeit der Universitäten ist auch der Verwaltungsapparat immens gewachsen und manchmal hat man das Gefühl das Rektorat hat mehr Mitarbeiter als es Professoren gibt. Also ja der Protest der Studierenden ist gerechtfertigt. Jahrelanges Nichtstun der Politiker und chronische Unterfinanzierung haben ihn nötig gemacht und es scheint als wäre es der einzige Weg eine breite Öffentlichkeit davon in Kenntnis zu setzen.

Doch wovon werden diejenigen die Universitäten nur von außen kennen noch in Kenntnis gesetzt. Sinnvolle Forderungen wie „Dickmilch-“ oder „Reiche Eltern für alle“ lassen für jeden Steuerzahler die Sinnhaftigkeit der Proteste erkennen. Hunderte leere Bierdosen tun ihr Übriges. Der Protest ist politisch gefärbt, es geht nicht nur darum allen mehr Bildungschancen zu gewähren, die ach so guten und toleranten Studenten wollen dabei am liebsten auch noch Andersdenkende von den Universitäten verbannen. Dass der Protest von Andersdenkenden nicht erwünscht ist, musste ich selbst am eigenen Leib erfahren als ich in den Anfangstagen der letztjährigen Proteste als gewählter ÖH-Mandatar im Audimax das Wort ergreifen wollte. Ich musste zunächst nur warten bis sich vor mir noch eine Frau zu Wort meldet um der Geschlechtergerechtigkeit genüge zu tun, wurde ich kurz danach von Kollegen als der „Burschenschaftler (sic!) vom RFS“ erkannt und aus dem Audimax verbannt. Ich hätte den Protest für Gut befunden und ihn auf eine breitere politische Basis gestellt, doch unsere Toleranzprediger haben so ein Problem mit jenen, die nicht Ihrer Meinung sind. Ein Buch das dies mit Humor dokumentiert ist in aller Munde.

Die Politik hat nichts kapiert und wieder einmal ein Jahr nichts gemacht, deshalb ist der Weckruf und kurze Protest gemeinsam mit Rektoren und Professoren wichtig und richtig. Auf linke Gesellschaftspolitik und 100.000 €, die die linke ÖH-Führung für Besetzungen bereitgestellt hat, können wir aber verzichten, denn Besetzungen kosten den Universitäten nur noch mehr Geld, das auf einer anderen Seite wieder fehlt. Die Wiener Jusstudenten, die Mittwoch Früh ihre Einführungsvorlesung hören wollten, haben es schon kapiert und den Audimarxisten geraten das Audimax zu verlassen und aufs Philosophie Institut zu wechseln.

psc