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Die Zukunft von Geld- und Zentralbankpolitik

Is inflation targeting dead? Dieser Frage hat sich in den letzten Jahren eine Vielzahl von Makroökonomen gestellt. Die Antwort der Meisten, außer den Keynesianern, lautet "jein".

Inflation targeting, zu Deutsch Inflationssteuerung, ist ein Konzept zur Ausrichtung der Geldpolitik, welches um 1990 in Neuseeland zuerst angewendet wurde und wenige Jahre später von sehr vielen Zentralbanken praktiziert wurde (wenn nicht explizit, dann in den meisten Fällen zumindest implizit). Die Idee dahinter ist, dass eine stabile Inflation (Ziel meist 2%) die Wirtschaft konstant wachsen lässt und alle Märkte im Gleichgewicht hält. Diese Annahme ist ex post betrachtet freilich ein Trugschluss, da die letzte Finanzkrise bewiesen hat, dass Preisstabilität zwar notwendig, aber nicht hinreichend für Finanzmarktstabilität ist.

Die Mechanismen mussten daher in aller Eile adaptiert werden. In der kurzen Frist werden nun auch Indikatoren wie das BIP-Wachstum berücksichtigt. Von "inflation targeting 2.0" oder "augmented/adjusted inflation targeting" ist nun die Rede.

Zur Unterstützung der Geldpolitik beginnt man auf sogenannte makroprudenzielle Maßnahmen zu setzen. Damit meint man ein ausgedehntes Bündel an Maßnahmen, die dazu geeignet sind, den Finanzsektor zu reglementieren. Man erhofft sich, so die Schwachstelle der Inflationssteuerung umschiffen zu können.

Dies ist zwar ein eher pragmatischer Ansatz, da er aus der Not geboren wurde, der aber durchaus in der Lage zu sein scheint, mit den aktuellen Problemen umgehen zu können. Der IMF betreibt in dieser Richtung momentan sehr viel Forschungsarbeit, man räumt aber ganz offen ein, dass man (noch) nicht alle Wirkungsweisen kennt und daher nicht in der Lage ist, exakte Prognosen zu liefern.

Der Autor dieses Artikels ist auf jeden Fall der Meinung, dass alle geldpolitischen Maßnahmen von ein und derselben Entität ausgeführt werden müssen. So kann man den Fall vermeiden, dass z.B. Regierungen dazu im Stande sind, die Maßnahmen einer Zentralbank zu konterkarieren. Der erste Schritt in diese Richtung wurde von der EU im April 2013 getan. Sie hat der EZB die Bankenaufsicht übertragen.

Die Zentralbanken sollten zusätzlich tunlichst unabhängig agieren können – Stichwort Zentralbankunabhängigkeit, ein Thema, das derzeit die akademische Diskussion dominiert. Hiermit ist Unabhängigkeit sowohl von den jeweiligen Regierungen, aber auch vom Finanzsektor gemeint. Ein schwerwiegendes Problem wirft dieser Ansatz aber auf: Darf man Organisationen, die nicht demokratisch gewählt wurden, mit soviel Macht ausstatten?

ale