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Ein Semester an der TU Delft

Seit Anfang Februar absolviere ich mein Studium im Rahmen eines Auslandssemesters an der Technischen Universität in Delft, einer kleinen Stadt zwischen Rotterdam und Den Haag. Während der ersten beiden Monate konnte ich einen Einblick in die niederländische Universitätslandschaft gewinnen und wesentliche Unterschiede zu meiner Stamm-Universität, der TU Wien, kennenlernen.

Die TU Delft wurde 1842 als fünftälteste Universität in den Niederlanden gegründet und ist mit etwa 17300 Studenten die größte technische Hochschule des Landes. Wie auch die Technische Universität Wien gliedert sich die TU Delft in acht Fakultäten, die sehr ähnliche Lehr- und Forschungsspektren abdecken. Zwar gibt es keine eigenen Fakultäten der technischen Chemie und der Physik, dafür welche der Luft- und Raumfahrttechnik und des Industriedesigns. Im Gegensatz zu den Verhältnissen in Wien, befinden sich die Fakultäten in den separaten Fakultätsgebäuden, die auf einem Areal von mehr als einem km² gemeinsam mit Labors, der Bibliothek, dem Sportzentrum und allem was zu einer Universität noch dazugehört den Universitätscampus bilden.

Auch in den Niederlanden etablierte sich das Bachelor- und Mastersystem an den Universitäten, wobei in Delft die Bachelorstudien auf Niederländisch und die Masterstudien einheitlich in englischer Sprache gelehrt werden. Das hat zur Folge, dass mehr als 16% der Studenten aus dem Ausland sind. Die Mindeststudiendauer für ein technisches Studium beträgt 10 Semester. Im Gegensatz zu Österreich ist das Studiensemester in zwei Quartale eingeteilt, in denen getrennt Lehrveranstaltungen stattfinden und somit Vorlesungen, mit abschließenden Prüfungen, nur über jeweils eine Hälfte eines Semesters gehalten werden. Insgesamt können dadurch über ein gesamtes Semester mehr Lehrveranstaltungen absolviert werden, die aber durch den kürzeren Vorlesungszeitraum dementsprechend auch weniger Stoffmengen beinhalten. Der Vorlesungsstil der Professoren und das Niveau der Vorlesungen ist vergleichbar mit jenem in Wien, obwohl ein größerer Schwerpunkt auf selbständiges Arbeiten, individuell oder in Gruppen, gesetzt wird. Ein weiteres Merkmal des Lehrbetriebs ist die einheitliche Dauer der Vorlesungen von zweimal fünfundvierzig Minuten, die von einer fünfzehnminütigen Pause unterbrochen ist.

Durch das Angebot, ein Masterstudium in englischer Sprache besuchen zu können, ist es für internationale Studenten ein Leichtes im universitären Leben an einer der renommiertesten technischen Universitäten Europas Fuß zu fassen – sei es für nur ein Semester, oder für einen längeren Zeitraum. Das Kennenlernen einer Universität außerhalb des deutschsprachigen Raumes ist eine Erfahrung wert und kann jedem Studenten, der die Möglichkeit dazu hat, sehr empfohlen werden.

phk