Warning: Parameter 3 to Page::calcNavTree() expected to be a reference, value given in /usr/www/users/oberge/cms/classes/PEAR/Cache/Lite/Function.php on line 132

Fernsehen – Paradigmenwechsel erwünscht!

Heutzutage sind alle Schichten der Bevölkerung und gerade Jugendliche dem Medium Fernsehen nahezu ausgeliefert. Sei es in den eigenen vier Wänden, in Gaststätten oder mittlerweile auch in öffentlichen Einrichtungen.

Sendungen wie "Frauentausch", "Schwiegertochter gesucht" oder "Saturday Night Fever" sind mittlerweile fester Bestandteil des täglichen Fernsehprogramms geworden. Die Liste dieser sogenannten "Hartz IV"-Sendungen, wie sie so oft auch genannt werden, lässt sich auf über ein Dutzend fortführen. Diese Flut an niveauloser Unterhaltung wird von den meisten Teilen ungefiltert aufgenommen, ohne diese je kritisch zu betrachten oder gar zu hinterfragen. Diese Unterhaltungsparodien werden meist von privaten Sendern produziert und ausgestrahlt. Die Problematik dahingehend ist, dass private Sender keine gesellschaftlichen Verpflichtungen haben, sondern dafür gegründet worden sind um Profit zu erzielen, den Unterhaltungswert zu steigern und das Fernsehvolk in Ihren Bann zu ziehen. Aber auch der öffentlich rechtliche Rundfunk, der einen im ORF-Gesetz festgeschriebenen Bildungsauftrag hat, bedient sich in seinem Rückzugsgefecht gegen sinkende Marktanteile verblödender Formate. Diese Vorgehensweise erinnert, so wie im alten Rom, an die organisierten "Brot und Spiele" für das niedere Volk.

In meinen Augen sind die gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung des niveaulosen Fernsehens bereits spürbar. Das gesellschaftliche Leben kommt im Zeitalter dieser Sendungen immer mehr zum Erliegen. Das Verhältnis zu den Mitmenschen wird immer unpersönlicher, das Engagement in Ortsverbänden wie Freiwillige Feuerwehren, Parteien, sozialen Vereinen schwindet stetig. Aber es ist der Bevölkerung kaum zu verdenken, da ihnen Verantwortungslosigkeit und asoziales Verhalten geradezu vorgelebt wird. Die Tatsache, dass das Fernsehen einen gewissen Stellenwert in unserem Alltag eingenommen hat, ist diskussionslos anzuerkennen. Jedoch ist ein Paradigmenwechsel seitens der Sender an der Zeit. Der jeweilige Konsument sollte nicht damit konfrontiert werden, wie und wo er sich tätowieren sollte, sondern er sollte sich kritisch mit den Aufgaben, die uns in Zukunft beschäftigen werden, auseinandersetzen. Wie wird die Bildungslandschaft in Österreich in zehn Jahren aussehen? Wie können wir ein hochtechnologisierter Wirtschaftsstandort werden? Ist das althergebrachte Familienbild noch zeitgemäß? Wollen wir wirklich unserer Jugend vermitteln, komasaufende Schulabbrecher wären angesagt? Vor allem der ORF, aber auch die privaten Sender, sollten sich ein Beispiel an Dietrich Mateschitz’ Servus TV nehmen, der neben einem zugegeben gar nicht so kleinen Anteil an Red Bull-Werbefernsehen auch einen bildungspolitisch wertvollen Ansatz verfolgt. Gerade die Burschenschaft war in ihrer wechselvollen Geschichte eine Verbindung junger und tatkräftiger Männer, die den kritischen Blick in die Zukunft nicht scheuten. Befreien wir uns von den Fesseln der Geschichte und befassen wir uns in alter Urburschenschaftlicher Tradition mit den Problemen unserer Zeit.

scp