Gedanken zur Wehrpflicht - Teil 3

Dass es natürlich auch in Österreich gleich laufen würde, bezweifelt niemand. Die reißerische Werbung für Milizsoldaten in den beiden Pionierkompanien mit 5000 steuerfreien Euro/Jahr für Bereitstellung und 2 Wochen Übung zielt ja bereits in diese Richtung: Wer glaubt denn dem Herrn Darabos noch, dass diese Milizkompanien billiger sind, als die von ihm zerstörten, wo die Milizionäre ohne Bereitstellungsgeld die Übungen, solange es diese noch gab, um einen Bettel im Vergleich zu den 5000 Euro abgedient haben!

Ein weiteres Problem, das in Deutschland evident ist und sich 1:1 auf Österreich übertragen lässt ist jenes der Einsatzgebiete. Es geht niemand freiwillig in den Krieg nach Afghanistan. Dafür setzt kaum jemand freiwillig sein Leben ein. Zum Schutz der Heimat in seiner vielfältigen Form jedoch schon. Das beweisen die lange Zeit bestens funktionierenden Milizeinheiten der Geschichte, sowie die nun aufgestellten. Aus diesen Verbänden rekrutiert man dann jene, die auch im Ausland ihre Aufgaben sehen im Sinne von Friedenssicherung wie am Golan, auf Zypern oder sonst wo, wo die Miliz im ÖBH jetzt schon mehr als 50% der Soldaten stellt. Darabos will diese Auslandseinsätze beibehalten und intensivieren. Womit er die Truppen aber dann ohne entsprechenden Nachwuchs an Milizsoldaten befüllen will, erklärt er uns aber nicht. Vielleicht genügen dann 5000 Euro Nettoverdienst im Monat nicht, um genügend Personal zu rekrutieren. Aber was dann im Falle des nicht Erfüllens von vertraglich zugesicherten UNO-Aufgaben an Strafe für Österreich abfallen könnte, geht ihn dann wohl nichts mehr an. Er wird sich dann in seiner wohlverdienten Politikerpension befinden und als Experte im Hintergrund seinen Kotau zum Besten geben.

Somit glaube ich doch deutlich gemacht zu haben, dass ein Berufsheer in Österreich keine Zukunft haben wird.

Die Vorteile des Milizsystems liegen aber deutlich auf der Hand:

Es ist billiger, es bringt Rückhalt in der Bevölkerung, es ist verfassungskonform und die Vernetzung mit der Wirtschaft bleibt bestehen. Die landesinternen Aufgaben, allein schon der Schutz von 1200 als schutzbedürftig identifizierte kritische Infrastruktur wie Kraftwerke etc kann von einem kleinen Berufsheer nicht bewältigt werden. Auch ist der Katastrophenschutz, also die Hilfe, wenn andere nicht mehr können, nur mittels Milizheer zu bewerkstelligen!

Dass es in Zukunft eine Reform beim ÖBH geben muss, die diesen Namen auch verdient, bleibt jedoch außer Streit.

Während die Reduktion der Mannstärke von 200.000 auf 55.000 als Ziel fast umgesetzt ist, wurde die Anzahl der Zivilbediensteten im Heer von 27.000 auf lediglich 23.000 und somit eindeutig zu gering reduziert. Daraus folgt, dass der Berufskader überaltert ist, und noch dazu über keine Truppen mehr verfügt, während die Amtsdirektoren und Ministerialbeamten immer noch in ihren Sesseln kleben. Die Ausbildungsdienste der Wehrpflichtigen gehören attraktiviert und straffer gestaltet. Es gibt praktisch keinen EF-Abgänger, der die sicherlich harte und auch intensive Zeit des Wehrdienstes missen möchte. Kaum einer, der nicht aus dieser Zeit Kameraden gewonnen hat, die ihn lebenslang begleiten. Gelingt es, diese Stimmung im Grundwehrdienst aller zu erzeugen, wird das Heer wieder attraktiver!

Weiters müssen die Systemerhalterposten für GWDs abgeschafft werden. Renovierungen der Kasernen, um sie auf den Standard zu bringen, der Menschen zumutbar ist, sind von Nöten. Wer glaubt, dass baulich alles soweit erreicht ist, möge die Baracken der Vega Peyer Weyprecht Kaserne in Wien sehen, die Unterkünfte der Hessenkaserne in Wels, wo es vom Dach bis in den Keller durchregnet, sowie die meist aus privaten Geldern finanzierten Kraftkammern und Sozialräume. Die Wertigkeiten der momentan Herrschenden kann man daran ermessen, wenn man im Gegenzug die Einrichtungen diverser Strafvollzugsanstalten sieht. Perfekte Infrastruktur für die Häftlinge auf Staatskosten ist da schon längst umgesetzt. Kraftkammern, wie sie im privaten Umfeld hunderte Euros jährlich kosten würden, stehen kostenlos zur Verfügung. In den Kasernen – Fehlanzeige!

Weiters fordere ich: Ein sofortiges Ende der 5000 Euro Kampagne des Ministers. Wie bereits vom Landesfeuerwehrkommandanten Salzburgs angeführt, muss das allein schon deshalb geschehen, weil in Österreich Freiwilligkeit noch nie derart erkauft wurde. Während nun im Bundesland Salzburg im Rahmen eines Assistenzeinsatzes ein freiwilliger Feuerwehrer, der unentgeltlich in seiner Freizeit Fortbildungen und Schulungen macht, ehrenamtlich mithilft die Schäden von Naturkatastrophen zu minimieren, steht neben ihm ein Milizpionier, der für selbiges 5000 Euro steuerfrei bekommt. Verstehen Sie was ich meine?

Somit komme ich an das Ende meiner Ausführungen:

In Österreich haben wir seit dem Wiedererstehen der Republik die Verfassungsbestimmung über unser Milizsystem. Dieses hat sich über Jahrzehnte trotz verschiedenster Unkenrufe erfolgreich bewährt.

Im Jänner des nächsten Jahres haben wir es in der Hand, uns dieses Erfolgsmodell, das auch Schweizer, Finnen und Norweger bewusst beibehalten, zu erhalten. Machen Sie es mit Ihrer Stimme möglich, dass auch weiterhin unsere Kinder und Kindeskinder Dienst am Staat erfüllen müssen, um in einer Konsumgesellschaft nicht die Einstellung wachsen zu lassen, nichts für das Gemeinwohl beitragen zu müssen.

Natürlich steht im Verein mit dieser Entscheidung auch der Zivildienst. Das kann Ihre Entscheidung auch leiten.

Ich hoffe aber klar gemacht zu haben, dass es das Heer, als eine wesentliche Schutzeinrichtung einer Demokratie, allein schon wert ist, Ihre Stimme in die Waagschale zu werfen.  Tun Sie es bitte, und machen Sie in Ihrem Umfeld Werbung für diesen Standpunkt. Denn es geht um uns und unsere Heimat Österreich. Geben wir den Staaten die am Irrweg sind, wie unseren Brüdern in Deutschland, ein deutliches Zeichen der Vernunft!

JK