Gesamtschule light

Die in den letzten Tagen von der großen Koalition viel diskutierte Einführung einer „Gesamtschule light“, getarnt als „Orientierungsphase“ für alle 10- bis 12-jährigen, wäre ein erster Schritt in Richtung Zerstörung unseres ohnehin schon katastrophalen Schulsystems. Zwar wird von ÖVP-Chef Michael Spindelegger beteuert, dass sich seine Partei für den Erhalt des Gymnasiums einsetzen werde, allerdings zeigen ähnliche „Umfaller“ aus der jüngsten Vergangenheit, dass dieses Versprechen nicht für bare Münze genommen werden darf.

Angesichts der Tatsache, dass die Zukunft einer jeden Gesellschaft in den Händen der jüngsten Generation und ihrer Ausbildung steckt, ist die krampfhafte Gleichmacherei, deren Ziel letzten Endes die vollständige Vereinheitlichung ist, das Schlechteste und Unverantwortlichste, was man diesen Kindern antun kann. Eine derartige Vereinheitlichung führt zweifellos zu einer Nivellierung der schulischen Leistungen nach unten, da eine individuelle Förderung und Forderung der Schüler hier keinen Platz findet.

In meinen Augen besteht ohnehin schon kaum die Möglichkeit, in unserem Schulsystem die Talente und Begabungen der Schüler zu entdecken und zu fördern, was jedoch durch die zahlreichen Erschwernisse in einem Gesamtschulsystem geradezu unmöglich gemacht wird. Abgesehen von den deutlichen Mehrkosten, die ein solches System mit sich bringen würde, kann in einer Klasse, in der pro Unterrichtsfach zwei Lehrer benötigt werden (da ein Großteil der Schüler sprachlich nicht einmal dazu in der Lage ist, dem Unterricht zu folgen), von effizienter Ausbildung keine Rede sein.

Die sogenannten Bildungs-Experten, die uns immer wieder die angebliche Notwendigkeit und bessere Leistung einer Gesamtschule vorgaukeln wollen, bekommen jedoch selbst von all diesen Problemen meist nichts mit; falls diese überhaupt Kinder haben, sind sie in teuren Privatschulen untergebracht.

poi