Medizinstudium in Österreich

Ein Studium heutzutage ist mit einem Studium vor 30 Jahren nicht vergleichbar. Das System in Österreich wird immer komplexer und verschulter, beispielsweise wurden 2011/12 die Steop-Prüfungen beschlossen, die als Eingangsprüfungen zu verstehen sind. Außerdem war das Schengenabkommen bzw. der EU-Eintritt in der Hinsicht fatal, da es ausländischen Staatsbürgern erleichterte, ein Studium an den österreichischen Hochschulen zu immatrikulieren und inskribieren. Auf Grund eines Erlasses von 2007 sind in Österreich keine Studiengebühren mehr zu leisten. Dadurch ist die Anzahl der Studenten in den letzten Jahren gewaltig gestiegen. Dies hat zur Folge, dass die Hörsäle überfüllt waren und man sich auf Treppen bzw. in den Gang setzten musste um der Vorlesung beizuwohnen.

Dies und die Tatsache, dass die Grenzen für ausländische Staatsbürger „geöffnet“ wurden, sind der Grund dafür, dass in verschiedenen Studienrichtung Aufnahmeprüfungen eingeführt wurden, die es erheblich erschweren eine solche Studienrichtung anzutreten.

Davon ist vor allem die medizinische Universität betroffen, die wegen des großes Ansturms an den Unis eine Aufnahmeprüfung einführen musste, den sogenannten EMS-Test.

Die Quotenregelung bei dieser Prüfung sieht vor, dass 75% der Absolventen mit österreichischem Maturazeugnis, die den Test positiv abgelegt haben, 20% der EU-Bürger und 5% der nicht-EU-Bürger ein Studienplatz zur Verfügung zu stehen hat.

Einige, die bei der Quotenregel unter die Kategorie „EU-Bürger“ fallen, sind junge Abiturienten aus der Bundesrepublik Deutschland, die den Numerus Klausus nicht erfüllen, und emigrieren für die Studienzeit nach Österreich aus, um einen dieser heiß begehrten Plätze zu ergattern. Allerdings kehren die meisten ausländische Studenten wieder in ihre Heimat ohne dem Sozialsystem zu nutzen, wohl eher zu schädigen, zurück.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht liegt das sehr zu Lasten des österreichischen Staates, da trotzdem jede Ausbildung zum Akademiker erhebliche Kosten verursacht. Den Platz für die teuerste Studienrichtung belegt „Veterinärmedizin“, mit einem Gesamtkostenbeitrag in der Höhe von circa 350.000 € pro Student.

Das Regierungsprogramm der Bundesregierung bestätigt den Bedarf an zusätzlichen Medizinstudienplätzen. Bis zum Wintersemester 2015 soll in Summe bis zu 2.000 Studienanfängern die Aufnahme des Studiums möglich sein. Dieses ambitionierte Ziel ist aber nur dann realisierbar, wenn es neue Studienorte für ein Medizinstudium gibt. Denn die Medizinuniversitäten in Wien, Graz und Innsbruck verfügen über keine zusätzlichen Kapazitäten für die Medizinerausbildung. Derzeit gibt es einen Ist-Bedarf an Ärzten von ca. 1000 pro Jahr und einen Soll-Bedarf für das Jahr 2019 von rund 1.600 Ärzten pro Jahr. Dazu kommt, dass zunehmend mehr Frauen Ärzte werden, was auch mehr Karenzzeiten bedeutet. Dazu kommt die demografische Entwicklung, die ebenfalls mehr Mediziner notwendig macht.

Wegen mangelnden Ausbildungsplätzen, erhöhter ausländischer Teilnehmerquote an den medizinischen Hochschulen, demographischer Entwicklung und dem volkswirtschaftlichen Aspekt sollten Plätze für ausländische Studienanwärter beschränkter zugänglich sein, beziehungsweise mit Studiengebühren behaftet werden, um die Ausbildung österreichischer Mediziner zu fördern.

alg