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Rotfunk ade?

Angesichts der unglaublichen Dichte an Medienberichten zum Thema ORF-Postenbesetzungen bedarf es hier keiner näheren Erörterung der Problematik. Die SPÖ hat vor mehr als einem halben Jahrhundert damit angefangen, die ÖVP hat damit weitergemacht und als die FPÖ genug Einfluss hatte, wollte sie auch etwas vom Kuchen abbekommen. (Obwohl ursprünglich der vehementeste Gegner von Proporz & Postenschacher) Die Ernennung des seit Monaten ante portas stehenden SPÖ-Kontaktmannes Pelinka zum Büroleiter von Alexander Wrabetz, bringt das Fass letztendlich zum überlaufen.

Gottseidank, wie ich behaupte. Seit Wochen wird nun auf breiter Front - natürlich zurecht - auf den ORF eingeprügelt. Ich versuche das Ganze hier etwas positiver zu sehen.
Kaum jemand scheint momentan das Potential zu erkennen, dass sich diesmal tatsächlich nachhaltig etwas verändern könnte. In der jüngeren Vergangenheit gab es schon des Öfteren Versuche den ORF umzukrempeln. Diese glichen aber eher einem Kampf gegen Windmühlen. Zumal die Anzahl der protestierenden zu gering war und man zu leise protestiert hat. Die Angst bei der Führungsetage in Ungnade zu fallen spielte höchstwahrscheinlich auch eine Rolle.
Des Weiteren fehlte der ganz große Skandal der dazu im Stande gewesen wäre die ganze Republik aufzurütteln.

Eben dieser Skandal ist jetzt passiert - gottseidank - und man hat die Gunst der Stunde genutzt. Die gesamte ORF Redakteurschaft hat sich zur richtigen Zeit formiert und einen Protest gestartet.
Zu soetwas wie einer Leitfigur dieses engagierten Unterfangens hat sich der mir von Woche zu Woche sympathischer werdende ZiB2-Sprecher Armin Wolf entwickelt. Gekonnt macht man seit geraumer Zeit auf sich aufmerksam und versucht zu erklären wo der Hund wirklich begraben liegt. Auch die neuen Medien vermag man für sich zu nutzen - Wolf ist ja ohnehin für seine „Tweets“ bekannt. Seit Gestern (16.1.12 anm.) kursiert ein vom ORF-Redaktuersrat erstelltes Youtube-Video im Netz. In dieser kurzen Zeit haben diese Botschaft beinahe 300.000 Personen gesehen. Ein weiterer Beweis dafür, dass sich die breite Öffentlichkeit diesmal tatsächlich für die ORF-Probleme interessiert.

Es bleibt zu Hoffen, dass die Protagonisten dieses Aufbegehrens nicht locker lassen und weiter versuchen werden die ORF-Spitze unter Druck zu setzen.
Abschließend sei angemerkt, dass sich der Autor nicht der Illusion hingibt, dass innerhalb von kurzer Zeit das gesamte Konstrukt ORF umgekrempelt werden kann. Zweifelsohne kann es nur ein langwieriger, Jahrzehnte dauernder Transformationsprozess sein (frei nach Rudi Dutschke), dem sich der ORF unterziehen müsste. Doch irgendwann muss man anfangen. Hoffentlich jetzt.

ale