Totengedenken

Am vergangenen Samstag  jährte sich das Ende des zweiten Weltkrieges zum 65-igsten Mal. Es gibt wohl wenige Veranstaltungen, welche vom WKR (Wiener Korporationsring) veranstaltet werden, die von den politischen Gegnern in einem so falschen und verabscheuungswürdigen Licht dargestellt werden, wie das Totengedenken zum 8. Mai.

Bereits am Samstagnachmittag versammelten sich die Grünen am Heldenplatz. Im Zuge der Feier –die Grünen wollen den 8. Mai als gesetzlichen Feiertag verankern – warf der Wiener Stadtrat David Ellensohn uns Burschenschafter vor “mit Fackeln in der Hand und Tränen in den Augen “ dem NS-Regime am 8. Mai nachzuweinen. Dabei ist das einzige was an dieser Aussage der Wahrheit entspricht, dass wir Fackeln in den Händen haben. Ich würde Herrn Ellensohn vorschlagen, wenn er in der Öffentlichkeit eine derartige Aussage zu tätigen beabsichtigt, zuvor ein Geschichtsbuch aufzuschlagen.  Dann wüsste er auch, dass Burschenschaften in der Zeit des Nationalsozialismus verboten waren. Aus welchem Grund sollten wir daher dieser dunkelsten  Zeit der deutschen Geschichte auch nur eine Träne nachweinen? Das einzige was mich trauern lässt ist, dass soviele unbescholtene Bürger auf beiden Seiten für diesen Krieg ihr Leben lassen mussten.

Wieso sollte man daher nicht den Toten des 2. Weltkrieges gedenken dürfen? Etwa weil die politische Linke jeden Deutschen der im 2. Weltkrieg auf Seiten der Wehrmacht gekämpft hat als Nazi darstellt? Vielleicht sollten die Gegner des Totengedenkens des WKR mit Zeitzeugen sprechen und fragen ob jeder von ihnen ein Nazi war und mit Leib und Seele in diesem Krieg gekämpft hat. Oder vielleicht haben sie doch nur in diesem Krieg gekämpft weil es ihre Pflicht war und sie keine andere Wahl hatten.

Zu Ehren der Menschen die nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren konnten weil sie am Schlachtfeld gefallen sind  oder im Bombenhagel der Alliierten ihr Leben gelassen haben, legen wir  die Mitglieder  des WKR, am 8. Mai an der Krypta am Heldenplatz einen Kranz nieder.  Wer behauptet wir würden das Totengedenken aus anderen Beweggründen alljährlich veranstalten  ist im Unrecht. Es kann und darf nicht verwerflich sein, seiner Vorfahren zu gedenken.

wop