Was Bleibt vom VW-Skandal?

Der Skandal, der vor kurzem die Welt des größten europäischen Automobilherstellers erschütterte, zog weite Kreise im gesamten Konzern. Es ist nur schwer vorstellbar, dass ein Betrug von diesem Ausmaß dem Vorstand verborgen geblieben sein könnte – und tatsächlich gaben erst kürzlich wieder 30 Manager zu, von den Fälschungen der Ergebnisse von Abgasemissionstests bei Dieselmotoren gewusst zu haben. Ein schwerer Schaden für das Image gerade jener Firma, die sich den Umweltschutz quasi auf die Fahnen geheftet hat und deren erklärtes Ziel es war, mit ihrer Technologie BlueMotion bis 2018 zum umweltfreundlichsten Autokonzern weltweit zu avancieren. 

So skandalös dieser Vorfall auch ist, so heuchlerisch und ironisch sind hingegen die Reaktionen gerade der US-amerikanischen Bevölkerung mit ihrer Vorliebe für riesige Trucks und SUVs, deren Verbrauch traditionell in „miles per gallon“ gemessen wird. Ende 2014 betrug der Durchschnittsverbrauch von Neuwagen laut dem Verkehrsforschungsinstitut der University of Michigan 9,3 Liter auf 100 Kilometer, womit er zwar gegenüber dem Wert von vor sieben Jahren um ein Fünftel gesunken ist, allerdings noch immer weit über dem deutschen Durchschnitt liegt (6,1 Liter auf 100 Kilometer). 

Doch welche Auswirkungen hat der Skandal für Konsumenten und Privatpersonen in deren täglichem Leben? Zunächst ist die prominente Frage, ob durch den Betrug eine unmittelbare Gefährdung der Gesundheit oder Verkehrssicherheit besteht, völlig lächerlich – die Abgase sind nicht giftiger geworden oder in größeren Mengen vorhanden als zuvor, es wurden einzig und allein die auf dem Prüfstand ermittelten Ausstoßwerte beschönigt, damit die Fahrzeuge als umweltfreundlicher eingestuft werden konnten. Hierzulande werden voraussichtlich 363.000 Fahrzeuge zurückgerufen, wobei diese Aktion für jeden Fahrzeughalter ausnahmslos verpflichtend ist. Neben den immensen Unannehmlichkeiten, die damit auf sie zukommen, können Inhaber auch mit großen Einbußen in Leistung und Fahrverhalten rechnen, die durch diese Servicemaßnahmen entstehen.

Auch für die zukünftig produzierten Fahrzeuge wird diese Angelegenheit enorme Auswirkungen haben. Durch die von den Regierungen aufoktroyierten und zuweilen völlig unrealistischen Umwelt-Ziele werden die künftigen Autos entweder stärker besteuert (wenn sie dem heutigem Stand entsprechen) oder aber aufgrund der um einiges komplizierteren Technik teurer in der Anschaffung werden (wenn sie künftig die Umweltgrenzen einhalten). 

Man könnte auch hinterfragen, ob die vorgeschriebenen Testmethoden und Prüfungen nicht einfach unrealistisch sind und daher die Wirklichkeit nicht korrekt abbilden. Da die Prüfparameter und Anforderungen bekannt sind, können sich Hersteller darauf einstellen und ihre Motoren so konstruieren, dass diese zwar den Test bestehen aber ansonsten im alltäglichen Gebrauch niemals dieselben Emissionswerte erreichen. Die Frage bleibt somit offen, ob VW ein Einzelfall bleibt oder auch andere Konzerne ähnliche Praktiken hegen und bis dato einfach noch nicht aufgeflogen sind. Im Endeffekt werden schließlich alle nötigen Anpassungen und finanziellen Mehrbelastungen, wie so oft, auf den Konsumenten zurückfallen. 

poi

INHALTLICHES

Aktuelle Stellungnahmen

6.6.2017:"Gleichbehandlung um jeden Preis"

23.2.2017:"Politisches Wahljahr 2017 in Europa"

17.1.2017: "Ein Wahrheitsministerium für die Europäer?"

5.1.2017: "Schlagzeilen an einem vorweihnachtlichen Montag"

22.11.2016: "Der durchschnittliche rechte Wähler"

6.11.2016: "Der Herr Karl, MSc."

12.11.2015: "1100 Jahre Wiener Universitäten - ein Grund zum Feiern?"

19.10.2015: "Was bleibt vom VW-Skandal?"

14.10.2015: "Safe Harbor"

03.11.2014: "WKR: Meinungsfreiheit siegt über demokratiedefizitäre ÖH"

28.10.2014: "Bunt statt Rot – Gegen das Couleurverbot!"

05.06.2014: "Fest der Freiheit" setzt Akzente für Freiheits- und Bürgerrechte

26.05.2014: "Beschilderte Polizisten vs. vermummte Demonstranten"

30.04.2014: "Thomas Piketty – Reichtum besteuern?"

20.04.2014: "EU-Wahl"

Aktualisierte Fotoalben

 

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