Burschenschaftliche Grundsätze

Die Grundsätze der Burschenschaft finden in knapper Form ihren Ausdruck in dem Wahlspruch

EHRE - FREIHEIT - VATERLAND


 

 

Dieser nun über 200 Jahre alte Dreiklang von Wertvorstellungen wird in unserer Gemeinschaft ausgewogen und zeitgemäß gelebt.

 

Ehre ist für uns eine lautere, aufrechte und wahrhaftige Haltung im Denken, Reden und Handeln. Die unantastbare Würde des Menschen zu achten und zu schützen, verstehen wir als unsere unbedingte Pflicht.

 

Freiheit ist die unbegrenzte Möglichkeit, das Verhalten ausschließlich vom eigenen, unbeeinflußten Willen leiten zu lassen, ohne äußerem Zwang nachgeben zu müssen.

Diese Freiheit soll über den Wolken grenzenlos sein - Burschenschafter betreiben allerdings keine Wolkenschieberei. Sie treten für die größtmögliche Verwirklichung der Freiheit des einzelnen in der Gemeinschaft und durch die Gemeinschaft ein. Der Staat muß vom Miteinander der Bürger leben, die den Staat als demokratische Gemeinschaftsaufgabe einer Nation betrachten, in welcher jeder seinen angemessenen Platz und Freiraum hat. Die Freiheit des gemeinsamen Staatswesens ist als Schutz und Rahmen der Freiheit des einzelnen zu begreifen.

Die Freiheit nach innen und nach außen zu bewahren, ist eine der wesentlichen politischen Aufgaben, die sich die Burschenschaft gestellt hat. Persönliche und nationale Freiheit können nicht ohne die Freiheit des Geistes sowie die Unabhängigkeit und Selbständigkeit des Denkens erreicht und dauerhaft bewahrt werden. Freiheit ist nie endgültig. Der Verlust kommt nicht selten auf leisen Sohlen durch schleichende Bewußtseinsänderung.

Freiheit ist nicht bindungslose Beliebigkeit des Tuns, sondern Pflichterfüllung am Gemeinwesen in freier Verantwortung!


 

Vaterland ist im engeren Sinn das Land der Väter, die angestammte Heimat der Vorfahren, die zu bewahren und bei Gefahr zu verteidigen nicht nur die moralische Pflicht, sondern auch das vitale Interesse der lebenden Generation ist. Das gilt für alle Völker, solange sie sich nicht selbst aufgeben.

Im weiteren Sinne ist das Vaterland die politische Heimat des auf diesem Boden wohnenden Volkes, welches durch Abstammung, Sprache und kulturelle Identität auch im Rahmen eines größeren Kulturkreises besondere Gemeinsamkeiten aufweist.

Nur wer sein eigenes Volk liebt, kann andere Völker achten. Ein Mensch ohne Bindung an sein Volk, seine Herkunft und Heimat ist wie ein Baum ohne Wurzeln. Seine Spur wird verwehen.

 

Wir sind nicht naiv!

Wir Burschenschafter wissen, daß noch so ehrlich gemeinte Ideale durch Übertreibung ins Gegenteil verkehrt werden können.

Die von der frühen Burschenschaft geforderte und erkämpfte Pressefreiheit, gedacht zur objektiven Information des mündigen Bürgers, kann beispielsweise zur medialen Meinungsmanipulation pervertiert werden. Das Nationalbewußtsein kann zum arroganten Chauvinismus entarten, die Freiheit zur bindungslosen Anarchie und damit zur Unfreiheit des Schwächeren.

Das alles ist kein Grund, das Richtige zu unterlassen! Kritisch und selbstkritisch wollen wir Bewährtes bewahren und weiterentwickeln.

 

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